Achtung, Sommer!
Die Temperaturen steigen – und wir merken es auch im Cockpit:
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Die Motorleistung nimmt spürbar ab
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Der Anlasser dreht, aber der Motor will nicht so recht
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Schon beim Einsteigen ins Cockpit läuft uns der Schweiss von der Stirn
Kurz gesagt: Für die nächsten vier Monate sitzen wir im fliegenden Dampfkochtopf. Und wie jeder Dampfkochtopf beginnt auch unser Cockpit bei Hitze ordentlich zu „pfeifen“. Denn: Heisse Luft dehnt sich aus, die Sauerstoffmoleküle brauchen mehr Platz – und das hat direkte Folgen.
Was bedeutet das für den Boxermotor?
Bei gleicher Drehzahl wie im Winter steht weniger Sauerstoff zur Verfügung. Das spürt man auch in der Höhe – im Sommer sogar noch deutlicher als im Winter.
Auch beim Starten zeigt sich der Effekt der Sommerhitze:
Gleiche Treibstoffmenge (Primen) wie im Januar bei nur 5 °C – aber viel weniger Sauerstoff im Gemisch. Das Resultat: Der Motor säuft ab, bevor der erste Funkspruch gesendet ist.
Hier gilt nun im Sommer: WENIGER IST MEHR!
Im Hochsommer besser nur 2 Sekunden primen – und das Gas beim Start ganz vorsichtig öffnen, maximal 3 Millimeter. So haben die Sauerstoffmoleküle eine faire Chance an der Drosselklappe vorbei. Sobald der Heli anspringt: Gas sofort wieder schliessen und gleichzeitig Mixture zügig auf RICH und schon läuft die fliegende Sauna zuverlässig an.
Als Mechaniker und Pilot ist für mich das Cockpit zwar keine Sauna – aber dennoch komme auch ich ins Schwitzen. Viel trinken und daran denken: Auch unser Körper leistet bei Hitze weniger. Wer das berücksichtigt, hat den Dampfkessel schon halb entlastet.
Guten Flug – und einen kühlen Kopf!
Ruedi Boser, Präsident SHeV